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Living History — Lebendiges Museum

Replikate von Kleidung, Ausrüstung und Gebrauchsgegenständen des 18. Jahrhunderts

Die Kostüme und Requisiten in allen Dudelsack & Degen-Darbietungen bilden zusammen ein lebendiges Museum.
Und so sollen diese detaillierten Replikate auch eingesetzt werden, zusammen mit historischer Live-Musik und Geschichten:
In Museen, Denkmälern, Theatern u. Ä., zur spielerischen Wissensvermittlung. Denn: Alle Kleidungsstücke und Ausrüstungsgegenstände sind exakt nach historischen Schnitten aus den entsprechenden Naturmaterialien von qualifizierten Handwerkern in authentischen Macharten (Handarbeit) nach musealen Gesichtspunkten hergestellt.

Rokoko-Herren-Kleidung aus der Zeit von ca. 1735 bis 1765

1. Captain Quests europäischer Rokoko-Herrenanzug

Ein französischer Justaucorps, Wolle mit Seidenstickerei, Zinnknöpfen und großen Ärmelaufschlägen, dazu Dreispitz, Schnallenschuhe und ein Querflöten-Gehstock.

Quest und Geordie Syme in historischer schottischer Lowland-Tracht in Kniebundhose und mit flacher Schottenmütze, die Border-Pipes spielend
Quest und sein Lowland-Vorbild aus dem 18. Jh., der Town-Piper Geordie Syme, in Kniebundhose und mit flacher Schottenmütze, die Border-Pipes spielend Foto: www.tom-wolf.com

2. Captain Quests Highland-Tracht 1740: Der Schottenrock im Rokoko

Die echte historische Tracht eines gälischen Hochland-Schotten, wie sie getragen wurde, bevor diese Tracht um 1770 endgültig ausstarb: (Tartan-)Kurzjacke, Tartan-Weste, zu einer Art Kilt gegürteter Tartan-Plaid, gestrickte Mütze sowie Schnallenschuhe für besondere Anlässe.

3. Quests Lowland-Kleidung des 18. Jahrhunderts

Der Rock (Jacke) wurde damals in Lowlands wie Highlands kurz getragen. Dazu trug man normale Kniebundhosen, Schnallenschuhe und grob gestrickte Strümpfe. Eine einfache flache runde gestrickte Schottenmütze ersetzte einen teuren Filzhut.
Manche Town-Piper (Stadtpfeifer) in den Lowlands erhielten als Teil ihrer Bezahlung einen langen Rock (Justaucorps).

4. Captain Quests schottisch-französische Uniform vom Regiment Royal Écossois

Keine Offiziersuniform, sondern die eines Grenadier-Korporals des schottischen Regimentes Royal Écossois (1744—1762) im Heer von König Ludwig XV von Frankreich:
Mit weißen Borten verzierte blaue Uniform mit roter Langarm-Weste und Tartan-Belted-Plaid.

Quest spielt Highland-Pipes, neben ihm stehen vier Soldaten mit Muskete und Bajonett, alle fünf tragen die Uniform der Schotten im königlichen Heer Frankreichs
Captain Quest hat 1744 in der Grenadier-Kompanie schottisch-französischen Regiment Royal Écossois die Stellung des Pipers Foto: N. N.

Rekonstruktion eines historischen Tartans

Muster und Webart des Tartan-Plaids sind aufwändig nach einem Gemälde von 1739 rekonstruiert und nachgewebt.

5. Captain Quests Highland-Tracht 1760

Ab ca. 1760 hatte der Kilt langsam den "Belted Plaid" ersetzt. Und auch dies nur bei Soldaten und Staatsdienern: zivilen Highlandern war seit 1747 das Tragen von Tracht und Tartan verboten.

Der arme Schotte im Rokoko

Als Fiddler Niel Gow oder als Pipers Diener Iain MacDougal trägt Johanna Wildhack die sparsame Kleidung der Schotten: eine gestrickte Schottenmütze, eine kurze Woll-Jacke sowie Kniebundhose, Weste & Hemd aus handgewebtem Leinen sowie gewebte Tartan-Kniestrümpfe. In Europa hat er sich den Luxus eines schlichten Dreispitzes und handgenähter Schnallenschuhe geleistet.

Alle historischen Kleidungsstücke sind maßgefertigt von Tex Küster Manufaktur, historische Schuhe maßgefertigt von Sarah Juniper.

Quest mit Haarröllchen über den Ohren, einer typischen Männer-Frisur des 18. Jahrhunderts
Da Captain Quest sich keine Perücke leisten kann, trägt er hier sein eigenes Haar in einer typischen Rokoko-Frisur Foto: Cath Smith

Die Herren-Handtasche des Rokoko-James-Bond

Neben den musikalischen Darbietungen können persönliche Ausrüstungsgegenstände zu sehen sein. Die Gebrauchsgegenstände im Haversack (ursprünglich Hafersack, eigentlich Soldaten-Handtasche) eines gebildeten Herrn von bescheidenem Wohlstand umfassen:
Körperpflegeartikel (Knochenzahnbürste, Zahnsalz, Hornkamm, Rasiermesser)
Reise-Tafelgeschirr und -Besteck (historische Klappmesser, Tee-Utensilien, Horn- & Zinn-Löffel)
Reise-Schreibutensilien (Graphit-Minenhalter, Schreibfedern, Tintenfass, Löschsand, Siegel, Brille, Lupe)
Diverses (Feuerstahl und Zunder-Dose, Tonpfeife, Maultrommel, historische Flöte, Geld, Taschenbücher (z. T. pikant))
Beim Inhalt des Haversacks handelt es sich um Kopien von Originalen des 18. Jh. oder um Originale.